Nach den durchzogenen Darbietungen in den Testspielen ist den Schüpfenern klar, dass es beim Saisonstart gegen den Spitzenreiter Bern eine deutliche Steigerung bei so ziemlich allem braucht, was das Tschutten ausmacht.
Die Schüpfener sind tatsächlich kaum wiederzuerkennen. Anstelle von schlampigem Passspiel und liederlicher Zweikampfführung – die prägenden Elemente der Vorbereitungsspiele – präsentieren sich die Seeländer griffig, diszipliniert und solidarisch. Zwar hat der spielerisch und läuferisch starke Leader deutlich mehr vom Spiel, aber die Gäste zeigen von Beginn an, dass sie auch ein Wörtchen um die Punktevergabe mitreden wollen. Dennoch ist es der FC Bern, der nach etwas mehr als 20 Minuten den durchaus verdienten Führungstreffer erzielt. Das Tor ist wunderschön herausgespielt – eine so schnelle Passkombination mit dynamischen Positionswechseln sieht man in der 3. Liga selten, Chapeau! Schüpfen verfällt aber nicht in Ehrfurcht, sondern wird im Gegenteil mutiger. Daraus resultieren einige vielversprechende Standardsituationen, die Costa mit seinem Kopfball kurz vor der Pause beinahe zum Ausgleich nutzen kann.
Schüpfen kommt zwar auch nach der Pause gut ins Spiel, findet nun jedoch gegen die aufmerksame Defensive der Platzherren nur noch selten ein Durchkommen. Bern bleibt jederzeit gefährlich und erhöht nach einer knappen Stunde auf 2:0, wobei der Treffer nach einem Freistoss abseitsverdächtig ist. Die Videobilder lassen darauf schliessen, dass der tadellose Ref in dieser 50:50-Situation halt zu Ungunsten der Seeländer entschieden hat. Kurz darauf entscheidet er in einer ähnlich knappen Situation auf Offside und aberkennt Bern das dritte Tor. Ausgleichende Gerechtigkeit oder clevere Kompensation? Am Sieg für die Stadtberner ändern die Entscheide wohl ohnehin nichts, zu ungefährdet bringen die Einheimischen den Vorsprung über die Zeit. Positiv: Schüpfen gibt sich nicht auf, sondern gibt bis zuletzt Gas und sucht den Anschlusstreffer, der aber nicht mehr gelingt.
Fazit
Die deutliche Steigerung ist sehr erfreulich, das war eine der besten Teamleistungen in letzter Zeit. Allerdings gibt’s auch für ehrenvolle Niederlagen keine Punkte, sodass klar ist: Am Sonntagmorgen muss gegen Aegerten-Brügg (auswärts um 10 Uhr) vor allem offensiv noch mehr kommen, damit es 3 Punkte mehr gibt auf das Konto.
Tore
24. 1:0
55. 2:0
Aufstellung
Lobsiger; Stettler, Enderli, Vögeli, Arnold; Morgado (Schneider), Gardi, Steffen, Costa (Arn); Kocher (Schüpbach), Spring.
Bemerkungen
FCS ohne N. Steffen (2. Mannschaft); Born, Reyes, Bäriswyl, Crimi (alle verletzt); Blanke, Hobmeier, Gmür (alle krank); Weibel, Siegenthaler, Gnanambalavanan (alle Ausland). Besten Dank an Loris und Jeremy fürs Aushelfen und die engagierte Leistung.
Remo Bürgi
